Am 12. Oktober 2017 ist Welt-Rheumatag

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Mindestens fünf Millionen Menschen leiden hierzulande unter symptomatischen Arthrosen, mindestens vier Millionen unter Osteoporose und etwa 550.000 sind an rheumatoider Arthritis erkrankt. Zwar ist Rheuma bis heute nicht heilbar, doch die medizinische Forschung hat Therapien entwickelt, die das Fortschreiten insbesondere der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stoppen können. Voraussetzung dafür ist, dass die Krankheit möglichst früh erkannt wird, da ein früher Therapiebeginn mehr Lebensqualität durch bessere Behandlungsmöglichkeiten bedeutet.

Doch längst nicht alle Patienten profitieren von den modernen therapeutischen Angeboten. Die Hauptgründe nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga: Ihre Krankheit wird erst spät erkannt oder sie werden nicht durch einen Rheumatologen betreut.

Informationen über die Therapiemöglichkeiten sowie Methoden zur Früherkennung der Erkrankung gibt es am Lesertelefon der Deutschen Rheuma-Liga mit internistischen Rheumatologen, die am Donnerstag, den 12. Oktober 2017 von 16 bis 19 Uhr stattfindet. Die kostenfreie Rufnummer, unter der Experten aus der ganzen Republik zum Thema „Therapie bei Rheuma – neuester Stand: Wie helfen Medikamente und Bewegung“ Auskunft geben, lautet: 0800 – 5332211.

Interessierte können am diesjährigen Welt-Rheumatag zudem von 19 bis 21 Uhr mit Rheumatologen im Internet chatten: www.rheuma-liga.chat.

Hier finden Sie zudem einen Überblick über die vielfältigen Veranstaltungen zum Welt-Rheumatag.

Früherkennung sichert Lebensqualität

Es klingt paradox: Einerseits entwickeln sich die Beschwerden bei einer rheumatischen Erkrankung eher schleichend und die Betroffenen arrangieren sich mit den Symptomen, bis die Schmerzen stärker werden. Andererseits gilt eine möglichst frühe Diagnose als entscheidend für eine erfolgreiche Therapie. Doch was bedeutet „früh“?

Prof. Erika Gromnica-Ihle, Ehrenpräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, nennt einen Zeitraum von 12 Wochen nach Krankheitsbeginn: „Startet die Behandlung innerhalb dieses therapeutischen Fensters, kann das Ziel einer Remission besser erreicht werden. Damit bezeichnen wir einen Zustand, in dem der Patient keine Zeichen einer Krankheitsaktivität mehr aufweist.“

Künftig müssten nach Aussage der Deutschen Rheuma-Liga deutlich mehr Patienten früher behandelt werden, um langfristige Folgeschäden wie Behinderungen, Erwerbsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

„Beweglich bleiben und möglichst keine Schmerzen“ – so formulieren viele Betroffene ihre Erwartungen an die Rheumatherapie. Eine Säule der Therapie bilden die Medikamente, deren Spektrum sich in den vergangenen Jahren um hochwirksame Mittel wie Biologika oder JAK-Hemmer erweitert hat. Doch Medikamente allein garantieren noch keinen Therapieerfolg.

Mehrere Studien belegen eindeutig den Nutzen von nicht-medikamentösen Behandlungsverfahren wie Funktions- und Bewegungstraining oder Ergotherapie. Obwohl solche Angebote flächendeckend bestehen, werden sie nach Erkenntnissen der Deutschen Rheuma-Liga nicht auseichend genutzt. Prof. Erika Gromnica-Ihle sieht eine Ursache in der mangelnden Information der Betroffenen über die heutigen Behandlungsmöglichkeiten: „Gut informierte Patienten fordern sich selbst mehr, denn sie haben klar definierte Ziele vor Augen – und sie fordern von ihrem Arzt die bestmögliche Therapie, um sie zu erreichen.“