Der 6. Juni 2017 ist Aktionstag gegen den Schmerz

Chronische Schmerzen

Nach Expertenmeinung gibt es zwei Ursachen dafür, dass viele Menschen unter lang anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Schmerzen leiden. So ist eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen mit Schmerzen für die Betroffenen verbunden. Dazu zählen z.B. rheumatische Leiden, Diabetes oder Tumorerkrankungen.

Zudem kann Schmerz selbst zu einer Erkrankung werden, auch wenn eine körperliche Ursache nicht oder nicht mehr vorhanden ist - der bereits erwähnte chronische Schmerz ohne biologisch sinnvolle Warnfunktion.

Zu den vielfältigen chronischen Schmerzen zählen beispielsweise:

  • Schmerzen des Stütz- und Bewegungsapparates, die z.B. durch Bewegungsmangel und Fehlbelastungen verursacht wurden. Auch Entzündungsprozesse (wie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen), Arthrose, Osteoporose oder Stoffwechselerkrankungen sind ursächlich für die Schmerzen.
  • Rückenschmerzen, die z.B. durch falsches Heben, Sitzen oder Stehen verursacht werden, die Reizzustände im Bereich der Wirbelsäulenmuskulatur bedingen.
  • Ständig wiederkehrende Schmerzen wie Migränekopfschmerzen, Herzschmerzen bei Angina pectoris.
  • Neuralgien, also Schmerzen, die im Nerv selbst entstehen, z.B. bei der Gürtelrose oder bei Diabeteserkrankungen.
  • Stumpf- oder Phantomschmerzen, die nach einer Amputation in einem nicht mehr vorhandenen Körperteil (z.B. Fuß, Bein, Arm, Brust) empfunden werden.

Eigenständige Krankheit

Fachleute betrachten chronischen Schmerz inzwischen als eine eigenständige Krankheit. In wissenschaftlichen Studien werden dabei für die Festlegung, ob es sich um einen chronischen Schmerz handelt, Zeiträume von 3, 6 oder auch 12 Monaten Schmerzdauer genannt.

Diese Einteilung spielt für den betroffenen Schmerzpatienten allerdings eine untergeordnete Rolle. Belastend ist neben dem Schmerz an sich häufig die lange Suche nach der Ursache für das Andauern der Schmerzen. Verstärkt wird dies dadurch, dass das soziale Umfeld auf die für Außenstehende unerklärbaren Schmerzen oft mit Unverständnis reagiert.

Häufig wird bei chronischen Schmerzen keine auslösende Ursache gefunden, bzw. diese ist bereits behandelt. Dann kommt es nicht selten vor, dass die Schmerzkrankheit auf eine depressive Verstimmung des Patienten geschoben wird, die jedoch erst im Verlauf der Schmerzkrankheit entstanden ist.

Es gibt zwar durchaus Fälle, in denen psychische Belastungen wie ein Trauerfall, Sorgen oder Ängste als belastende Erlebnisse die chronischen Schmerzen verstärken. Als Auslöser gelten jedoch in der Regel körperliche Ursachen.

Für die Behandlung ist es wichtig, alle begleitenden Symptome der Schmerzen, wie z.B. Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit oder erhöhte Reizbarkeit, zu kennen und ebenfalls zu therapieren.

Ein wichtiger Teil der Therapie bei chronischen Schmerzen sind Medikamente, allerdings reicht ein Medikament allein meist nicht aus, um den Schmerz anhaltend zu bekämpfen.

Da chronische Schmerzen ein komplexes multidimensionales Phänomen auch in der Behandlung darstellen, bei dem neben dem körperlichen Befinden auch psychische und soziale Faktoren eine Rolle spielen, sollten Patienten ihre entsprechenden Werte in einem Schmerztagebuch vermerken.