Fremdkörper in Nase, Ohr oder Auge

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Nase und Ohren sind bei Kindern beliebte „Lagerstätten“ für Kleinspielzeug oder andere Miniteile. Steckt der Fremdkörper beispielsweise in der Nase, gelingt es häufig, ihn durch kräftiges Schnauben wieder heraus zu bekommen.

Dazu hält man das freie Nasenloch zu und bläst über den Mund eingeatmete Luft unter Druck kräftig aus. Lässt sich das störende Teil allerdings nicht ausschnauben, muss es vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt entfernt werden. Selbst sollte man dies nicht versuchen, da die empfindliche Nasenschleimhaut dabei Schaden nehmen könnte.

Ist ein Fremdkörper im Ohr, kann dieser Gegenstand durch das Schräghalten des Kopfes unter Umständen von selbst wieder herausfallen. Verstärken kann man die Wirkung, wenn man gleichzeitig auf dem Bein der betroffenen Seite kräftig auf und ab hüpft. Klappt das nicht, muss der Arzt den Fremdkörper entfernen.

In Luft- oder Speiseröhre

Starke Schwellungen im Mund können durch Insektenstiche verursacht werden. Doch auch Verbrennungen und Verätzungen im Mund sind möglich. Zumeist kommt es zu einer akuten Atemnot. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte der Betroffene beruhigt werden, damit die aufkommende und zunehmende Panik die Atemnot durch Verkrampfung nicht noch verschlimmert. Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Verletzte Eis lutschen, eiskaltes Wasser gurgeln oder eisgekühlte Halsumschläge bekommen, was eine Abschwellung der Luftwege bewirkt.

Befindet sich ein Fremdkörper in der Luftröhre, löst dies sofort einen massiven Hustenanfall aus, mit dem der Körper versucht, den Gegenstand heraus zu bekommen. Schafft er es nicht, macht sich dies durch ein pfeifendes Atemgeräusch bemerkbar. Zudem verfärbt sich die Haut des Betroffenen schnell bläulich, er gerät in Panik, weil er nicht mehr genügend Luft bekommt.

Das Allerwichtigste ist, den Betroffenen zu beruhigen, damit sich gefährliche Verkrampfungen lösen, die die Atemnot verstärken können. Mit kräftigen Schlägen zwischen die Schulterblätter können weitere Hustenstöße hervorgerufen werden, die zu einem Herausschleudern des Fremdkörpers aus der Luftröhre führen können.

Der Oberkörper des Betroffenen sollte währenddessen nach unten hängen. Kleinkinder hält man zum Aushusten an den Füßen fest, sodass der Kopf herunterhängt.

Hat sich ein Gegenstand in der Speiseröhre verfangen, sollte man sofort etwas Breiartiges essen (z.B. Kartoffelpüree, Milchbrei). Klappt das nicht, sollte man Erbrechen auslösen, z.B. indem man einen Finger weit in den Hals steckt.

Bleibt auch diese Maßnahme ohne Erfolg, sollte der Notarzt verständigt werden. Sonst kann sich durch einen Reflex auch die Luftröhre verschließen – Erstickungsgefahr droht.

Fremdkörper in Auge oder Wunde

Grundsätzlich sollten Gegenstände im Auge nicht von Laien entfernt werden. Für den Transport des Betroffenen das Auge mit einer keimfreien Wundauflage abdecken und dann beide Augen vorsichtig mit einem undurchsichtigen Tuch verbinden.

Nur durch das Verbinden beider Augen sind eine Ruhigstellung des betroffenen Auges und damit eine Schmerzlinderung zu erreichen. Anschließend sollte der Notarzt gerufen oder der Patient zum Augenarzt gebracht werden.

Hobbybastler sind am meisten betroffen: Beim Sägen, beispielsweise von Holz, kann sich leicht ein Span in die Haut bohren. Nun heißt es, Ruhe zu bewahren. Den Span sollte man keinesfalls sofort herausziehen, da Fremdkörper in Wunden von Laien nicht entfernt werden sollten.

Holz- und Glassplitter, aber auch größere Gegenstände in Wunden sollten vom Arzt begutachtet werden. Es besteht ansonsten eine zusätzliche Verletzungsgefahr, beispielsweise an den Nervenbahnen. Zudem können starke Blutungen verursacht werden.

Man sollte eine oder mehrere Wundauflagen um den Fremdkörper legen und darauf achten, dass er nicht bewegt wird. Gegebenenfalls kann man auch Polstermaterial um den eingedrungenen Gegenstand legen und alles mit einer Binde oder einem Heftpflaster fixieren. Anschließend den Fremdkörper von einem Arzt sachgerecht entfernen lassen.